Eine Welt

Weltladen Flein-Talheim e.V.

 

Ilsfelder Str. 5, 74223 Flein

Öffnungszeiten:  Mo bis Sa von 09:00 bis 13:00 Uhr

Mo bis Fr von 14:30Uhr bis 18:00 Uhr

Telefon: 07131/ 8984083,

Fax: 07131/ 8988035

Email: weltladen-flein@t-online.de

 
Eine Mitgliedschaft bei uns kostet 15,- € im Jahr. Zurzeit haben wir  70 Mitglieder in unserem Verein.Wir freuen uns auch sehr über ehrenamtliche Unterstützung in unserem "Lädle" in 74223 Flein, Ilsfelder Straße 5.
 
Für weitere Informationen steht Ihnen gerne die Vorsitzende Dagmar Hauth zur Verfügung:
 
Tel: 07131/ 25 49 31 oder e-Mail: d.hauth@gmx.de 

 

 

WELTLADEN: Was ist das?
In der Welt geht es ungerecht zu. Das war vielleicht immer schon so, wir aber wollen uns damit nicht abfinden! Weniger Armut in der „Dritten Welt“ sollte möglich sein. Entwicklung durch Fairen Handel. Langfristige partnerschaftliche Beziehungen. Transparenz und Offenheit gegenüber den Kund/ -innen in Deutschland. Leben in Würde für die Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika statt Ausbeutung. Dritte Welt darf nicht länger „III. Wahl“ heißen – es gibt nur Eine Welt! Nächstenliebe ist unser Motiv.

Weltladen Flein
Weltladen Flein

Très chers amis et bienfaiteurs

 

- in bewegten Worten bedankt sich Soeur Odette bei ihren lieben Freunden und Wohltätern!

 

Wie, Sie kennen Schwester Odette nicht? Kein Wunder, leben doch sie und ihre Mitschwestern viele Flugstunden entfernt im afrikanischen Kamerun. Sie (43) ist dort die Vorsteherin des Klosters St. Benoît nahe der Stadt Mbouda im kleinen Dorf Babété.

St. Benoît deutet schon darauf hin: Das Kloster mit Waisenhaus ist dem Ordensgründer der Benediktiner gewidmet, dem Hl. Benedikt von Nursia/Umbrien, wo er im Jahre 480 geboren ist. 40 Jahre später wurde er der erste Abt von Montecassino und prägte die weltbekannte Regel „ora et labora“ - bete und arbeite.

Diesem Motto werden auch die Schwestern von Babété nach allem, was man über sie hört (unser Mitarbeiter-Ehepaar Christa und Jens Herbst waren mehrmals dort und haben bis heute regelmäßigen Kontakt zum Kloster), mehr als gerecht: Nicht nur, dass sie Waisen aufziehen und ausbilden, nein, auch viele Menschen aus dem Bürgerkriegsgebiet (Mbouda liegt nahe der Grenze zum englischsprachigen Teil des Landes) suchen ebenso Unterschlupf im Kloster wie die Armen aus der nächsten Umgebung. Zur Eigenversorgung bewirtschaften die Nonnen gärtnerische und landwirtschaftliche Flächen. Zum Weiterverkauf stellen sie Joghurt her, halten 500 Legehennen zum Eierlegen und produzieren  Trockenfrüchte (in Deutschland über die Abtei Münsterschwarzach vertrieben, auch an unseren Laden), das bringt etwas Geld in die Kasse.

Aber was ist eigentlich los in Kamerun? Bald nach der Unabhängigkeit charakterisierte ein großer Weltatlas 1962 das Problem so: „Kamerun ist ein Musterbeispiel dafür, wie aus einem willkürlich begrenzten Kolonialgebiet nun ein selbständiger Staat entstehen soll“ - an die Berliner Afrikakonferenz 1884 sei erinnert.

Der kleine englischsprachige Teil und der deutlich größere französischsprachige Teil waren trotz Volksentscheid von Anfang an latent eine konfliktträchtige Konstruktion. In der Ausgabe vom 23. 11. 18 titelte nun aber das Publik Forum: „Im Westen tobt ein Bürgerkrieg“ und ließ für den Bericht einen evangelischen Pfarrer – selbst unmittelbar Betroffener – telefonisch zu Wort kommen. Aktuelle Infos auch unter http://brennpunktkamerun.org.

Weil sich die meisten Bürger im anglophonen Teil des Landes unterdrückt fühlen (oder es sind?) und mit demokratischen Mitteln erfolglos mehr Rechte forderten, riefen Separatisten dort 2017 symbolisch den Staat Ambazonien aus. Die französisch dominierte Regierung bezeichnet die  Separatisten, die sich selbst „Amba-Fighters“ nennen, als Terroristen und bekämpft sie gnadenlos, der Präsident hat ihnen ausdrücklich „den Krieg erklärt“. Die Gewalt eskaliert auf beiden Seiten. Die Regierungstruppen werden beschuldigt, auf der Suche nach Amba-Boys ganze Dörfer niedergebrannt zu haben. Nach UN-Berichten sind 300.000 Kameruner ins Nachbarland Nigeria geflohen. Wer in die andere Richtung flüchtet, hat vielleicht Glück und landet im Kloster St. Benoît – siehe oben. Das sind diejenigen, die Soeur Odette „refugiés de la crise sociopolitique“ nennt, Flüchtlinge der Krise, die das Land seit zwei Jahren erschüttert.

Die Menschen, die unserem Spendenaufruf gefolgt sind, sollen wissen, dass ihr Geld in Babété angekommen ist und dringend gebraucht wird. Vielen Dank!

Für 2019 wünschen uns Schwester Odette und ihr ganzer Konvent „Prospérité, paix, joie, amour et beaucoup de sourire“, also Wohlstand, Frieden, Freude, Liebe und viele schöne Momente!

H.E.

 

Wie sich die Zeiten ändern

 

Grundnahrungsmittel – von den spanischen Eroberern verboten – dann vergessen und geringeschätzt – wieder entdeckt und boomender Exportschlager: Quinoa! Eiweiß, Magnesium und Phosphor geben Kraft, was schon die alten Inka wussten und was den Verstand gegen die Eindringlinge des 16. Jahrhunderts „unnötig“ erschwerte… Anders als die Kartoffel wurde das Indiokorn in Deutschland nie heimisch, wächst es doch am besten ab 3.000 m Höhe, und die erreicht bekanntlich nicht einmal die Zugspitze.  In Peru seit 7.000 Jahren bekannt und verwendet, von der NASA als Astronautennahrung entdeckt und in den folgenden Jahren zuerst im Fairen Handel und auf der Gesundheitswelle in die Alte Welt geschwappt, ist das Gluten freie Getreide plötzlich zum „Superfood“ geworden. Aber wie es mit hohen Nachfragen so ist: Gierige Konzerne wittern ein Geschäft – warum das Ding in den Anden auf kleinen Parzellen mühselig anbauen, wo es doch an der Küste viel einfacher war? Machte diese Konkurrenz den Hochlandbauern schon schwer zu schaffen, sind es inzwischen neue Anbauländer wie Indien, USA, Kanada und sogar Frankreich. „Für den Quinoa-Konsumenten in Deutschland heißt das: Wer … möchte, dass Kleinbauern in den Hochlanden von seinem Kauf profitieren – der greift beim nächsten Einkauf am besten nach dem Päckchen mit dem Fairtrade-Siegel und prüft sorgfältig, ob der Inhalt wirklich aus den Anden kommt“, schreibt die freie Journalistin Hildegard Willer in Lima/Peru für die Zeitschrift Welt-Sichten (Ausgabe Dez. 2018/Jan. 2019).

Ein bewährtes süßes Rezept mit Quinoa aus den Anden (im Original mit Reis, aus Ungarn über Paris nach Welzheim und von dort nach Flein gelangt), dazu am besten Apfelmus von heimischen Streuobstwiesen:

 

Quark-Quinoa-Auflauf

65 g Butter

125 g Zucker (z.B. Bio-Mascobado Vollrohrzucker)

2 Eier

500g Quark oder Schichtkäse

½ l Milch

500g weiße Bio-Quinoa (nicht verkochen!)

Die Zutaten werden gut miteinander vermengt und in gefettete Auflaufform bei 200 Grad eine Stunde backen.

Gutes Gelingen und guten Appetit! (Eventuell Übriggebliebenes schmeckt auch noch kalt gut.)

Weitere 50 Rezepte mit Quinoa – Suppen, Eintöpfe, Bratlinge, Quisottos, Salate – in dem Heft „Kochen mit Quinoa“, herausgegeben von El Puente bei uns im Laden.

H.E.

Es brennt überall -nicht nur in Kalifornien.

 

Auch Überschwemmungen und Bürgerkriege kosten viele Menschenleben, zerstören die Häuser und die Ernte.
Aus Kerala (Bundesstaat im Südwesten Indiens) und Kamerun (Westafrika) erreichten uns zwei Hilferufe:

 

Kerala
Das dichtbesiedelte kleine Land mit 600 km langer Küste am Arabischen Meer war seit dem 8. August nach dem größten Monsunregen seit 100 Jahren vollständig überflutet. 500 Menschen wurden tot geborgen (die Dunkelziffer ist höher), tausende Häuser, Brücken, Straßen und Eisenbahnlinien wurden weggeschwemmt oder durch Erdrutsche verschüttet und – die Ernte zerstört. 66 Prozent der Menschen leben von der Landwirtschaft, die Reis, Kautschuk, Bananen, Gewürze, Cashew- und Kokosnüsse, Kakao, Kaffee (seit 1670!), Ananas und vieles andere erzeugt. Die Flut ist zurückgegangen, es wird aufgeräumt und wiederaufgebaut. Die Kongregation der Vinzentiner, zu der Pater Augustine, Pfarrvikar der Großgemeinde St. Franziskus (von Lauffen bis Untergruppenbach) gehört, hat beschlossen, im besonders schwer betroffenen Nachbardorf 30 der allerärmsten Familien –landlose Tagelöhner- ein bescheidenes Häuschen (2 Zimmer, Küche) für einen Neuanfang hinzustellen. Der Weltladen unterstützt dieses soziale Projekt mit

500 Euro.

 

Kamerun
Auch hier ein dringender Hilferuf aus dem Benediktienerinnenkloster Babété im Westen des Landes, mit dem wir über unsere Mitarbeiter Christa und Jens Herbst seit Jahren verbunden sind.  Hier ist es ein ethnischer bzw. sprachlicher Konflikt, der aufständische Rebellen und eine, sagen wir einmal „nicht zimperliche“ Staatsgewalt, die zu Lasten der unschuldigen Bevölkerung aufeinanderprallen lässt. Jetzt haben 700 (siebenhundert!) Menschen, überwiegend Frauen und Kinder, im Kloster Schutz gesucht und gefunden. Sr. Odette OSB, Leiterin des Klosters, schreibt verzweifelt: „Wir wissen nicht mehr, wie wir die Flüchtlinge ausreichend mit Wasser und Nahrung versorgen können. Wir sind am Ende unserer Kräfte“, und sie hoffen auf Gott. Aber hilft Gott nicht auch durch unsere Hände?


Wir überweisen dem Kloster 750 Euro.
Sie, verehrte Kundinnen und Kunden können mit dem Kauf der zuckersüßen getrockneten Ananasschnitten, die aus dem Kloster Babété stammen, Sr. Odette und ihre  Mitschwestern in ihrer Arbeit unterstützen.
Wer dem Waisenhaus in Babété, in der aktuellen Not mit einer Geldspende helfen möchte kann seine Spende gerne auf unser Vereinskonto VoBa Flein-Talheim e.G.
IBAN DE 39 6206 2643 0044 9410 13,  BIC GENODES1VFT überweisen. Verwendungszweck: Waisenhaus Babéte´

Auf Wunsch wird eine Spendenquittung ausgestellt.

Bitte vollständige Adresse angeben.

Herzlichen Dank schon jetzt!

H.E.

 

„Die Größe eines Menschen

 

liegt in seinem Herzen“ – wer wollte hier der Leitfigur der Gewaltlosigkeit, Wahrheit, spiritueller Tiefe und Engagement gegen Unterdrückung, Mohandas Karamchand Gandhi, genannt „Mahatma“ (vor genau 70 Jahren ermordet), widersprechen?

In den Wochen vor Weihnachten drängen sich geradezu die Gedenktage von Vorbildern der Menschlichkeit – am 4. Oktober Franz von Assisi, der die Menschen und die Schöpfung liebte, am 11. November Martin von Tour (in aller Welt bekannt durch die Mantelteilung), am 19. November Elisabeth von Thüringen, die am landgräflichen Hofe nur aß, was nicht aus Ausbeutung und Ungerechtigkeit stammt, und die mit nur 24 Jahren starb – geschwächt von ihrem Einsatz für die Armen, dann am 6. Dezember Nikolaus von Myra (heute Demre), in etwa 200 Legenden geradezu als Ikone  der Menschlichkeit bekannt geworden, tausende kleine und große Hilfswerke und Projekte wie die Aktion „Mantel teilen“, Menschen in Not, Weihnachten im Schuhkarton und ab 6. Januar die Sternsinger, 2019 unterwegs mit dem Motto „Segen bringen, Segen sein! Wir gehören zusammen – in Peru und weltweit!“ – ganz abgesehen vom menschlichsten Fest überhaupt: Weihnachten.

Auch der Faire Handel bietet eine wundervolle und zugleich bequeme Möglichkeit zu helfen.

In vielen Ländern der sog. „Dritten Welt“ sind Kleinbauern, Handwerker, Plantagen- und Textilarbeiter/innen aufgrund schlechter Böden, fehlender Infrastruktur oder ungerechter gesellschaftlicher Verhältnisse vom lohnenden Marktgeschehen abgeschnitten.

Hier springt der Faire Handel ein, Fair-Importeure als Partner der Benachteiligten. Sie bieten existenzsichernde Preise bzw. Löhne, langfristige Abnahmeverträge, Boni für Bio-Anbau, Beratung und, bei Bedarf, Vorauszahlungen.

Über die Weltläden kommen die Produkte auf den Markt in Europa – bei bestem Gegenwert fürs Geld. Reich bestückt, gerade jetzt vor Weihnachten.

Nebenbei bemerkt: Der Weltladen Flein-Talheim wird für die Betroffenen der „schlimmsten Flut seit 100 Jahren“, die vergessene Katastrophe in Kerala/Südindien, eine größere Summe überweisen.
Der aus Kerala stammende Vinzentinerpater Augustine berichtete in Untergruppenbach und Talheim über den derzeitigen Stand.

Wenn Sie Kerala helfen möchten, können Sie gerne Ihre Spende auf das Konto:
Katholische Kirchengemeinde St. Franziskus KSK Heilbronn
IBAN DE97 6205 0000 0006 8612 29 überweisen!
Verwendungszweck: Spende Jahrhundertflut Kerala/ Indien.

H.E.

Nachhaltigkeit,

 

bis vor einigen Jahren nur Förstern ein Begriff und jetzt in aller Munde. Überwiegt bei den Förstern der wirtschaftliche Aspekt, ist mit Nachhaltigkeit heute im Blick auf die Zukunft nicht nur die Ökonomie, sondern auch die Ökologie, die Artenvielfalt, der Umweltschutz genauso wie Gerechtigkeit und Ethik gemeint.

 

Die Nachhaltigkeitstage Baden-Württemberg vom 08. bis 10. Juni wollen folgerichtig „zukunftsweisendes Handeln sichtbar und erlebbar machen“, wie das Organisationsbüro in Stuttgart und der Dachverband entwicklungspolitischer Aktionsgruppen Baden-Württemberg mitteilen und sie nennen Beispiele: Die Handy-Aktion verweist darauf, dass derzeit 104 Millionen (!) Handys in Deutschland ungenutzt herumliegen und so wichtige Rohstoffe binden. Die Aktion will die Recycling-Quote erhöhen und sammelt deshalb gebrauchte Mobil-Telefone. Damit werden gleichzeitig auch Bildungs- und Gesundheitsprojekte unterstützt.

Eine Sammelbox steht bei uns im Weltladen.

 

Mehr unter http://www.handy-aktion.de/mitmachen/handys-sammeln/

 

„Gut zu wissen“ heißt eine Reihe von Broschüren mit dem Themen „Nachhaltiger Umgang mit Lebensmitteln“/ „Nachhaltig leben und einkaufen“/ „Nachhaltig tauschen und teilen“ und, ganz neu zum Tag der Biodiversität (Artenvielfalt) am 22. Mai, das Heft mit dem Titel „Nachhaltig gärtnern und Arten schützen“. Darin steht unter anderem, wie man Wildbienen und anderen Insekten helfen kann. Dazu gibt es ein Samentütchen.

 

Beides kostenlos im Weltladen – solange der Vorrat reicht (spätestens ab 8. Juni).

H.E.

Waldrapp oder Elwentritsche?

 

Nicht leicht zu unterscheiden, zumal man sie selten zu Gesicht bekommt (der eine in Deutschland ausgestorben, die andere nur im Pfälzer Wald vorkommend)! Die Größe (von den Füßen bis zum Scheitel 95 cm) spricht für beide, das bunte Federkleid eher nicht für den Waldrapp. Wenn Sie sich also für „Elwentritsche“ entscheiden, dann brauchen Sie nicht in die Pfalz zu fahren, auf Vollmond warten, mehrere Schoppen zu trinken und Sack, Stock und Laterne mit herum tragen, um den geheimnisvollen Vogel zu fangen. Machen Sie eine ornithologische Exkursion in den Weltladen und entdecken Sie dort, dass wir neben einem soliden Sortiment von Brauchbarem durchaus auch schräge Vögel zu bieten haben, schräge Vögel und andere Fabeltiere, lustige Uhren und schöne Figuren, gegossen, geschmiedet, gelötet, gebürstet, bemalt – ganz Liebenswertes halt.

 

Neu

 

Kaffee aus Flein? Nein, so weit ist der Klimawandel dann doch noch nicht fortgeschritten.

Aber eine sehr bewährte Arabica-Mischung aus Mittel- und Südamerika, die haben wir jetzt mit neuem Etikett: Bio Café – Bewusster Genuss aus der Fairtrade-Gemeinde Flein. Ein milder Kaffee aus Fairem Handel, in traditionellem Langzeitröstverfahren verarbeitet, bestens geeignet, wenn Sie einen aromatischen Gruß aus Flein verschenken – oder ihn selbst genießen wollen (als Bohne oder gemahlen).

H.E.

Diözese Rottenburg Stuttgart