St. Martin, Abstatt

Schozachstr. 43

74232 Abstatt

 

Die Kirche ist nur zu den Gottesdienstzeiten geöffnet.

 

Mesner:

Dr. Rudolf-Paul Mathes

Nach dem Ende des 2.Weltkrieges veränderte sich durch den Zustrom der Heimatvertriebenen aus den Ostgebieten in vielen Gemeinden die konfessionelle Struktur, so auch in Abstatt. Abstatt gehörte damals zur Kirchengemeinde Talheim und bis 1970 besuchten die Abstatter Katholiken dort die Gottesdienste. Ab 1970 fanden die katholischen Gottesdienste in der evangelischen Kirche statt. Ende der 1970’er Jahre wurde dann der Bau eines eigenen Gemeindezentrums geplant. Der 1. Spatenstich für das Bauvorhaben erfolgte im Juli 1980 und bereits eineinhalb Jahre später, am 08.11.1981, konnte das katholische Gemeindezentrum eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben werden.

Das Gemeindezentrum trägt den Namen St. Martin. Der Hl. Martin wurde um das Jahr 317 als Sohn eines römischen Soldaten in Sabaria in Ungarn geboren. Man ist nun auf die Tradition der aus Ungarn stammenden Katholiken eingegangen und hat den Hl. Martin als Patron für das Gemeindezentrum gewählt.

 

Architektur: Geplant wurde das Gemeindezentrum von den Architekten G.A.W. Reutter, Wernau. Architekt Hirth leitete dann die weitere Ausführung und Vollendung. Die Kirche und die anschließenden Gemeinderäume gruppieren sich um einen kleinen Kirchplatz. Durch die maßvolle Höhenentwicklung der Gebäude wird eine Beziehung zur umgebenden Bebauung hergestellt. Der Grundriss der Kirche ist segmentförmig angelegt. Die Verwendung variabler Trennwände erlaubt es, die Raumgrößen von Kirchen- bzw. Gemeinderaum den jeweiligen Erfordernissen anzupassen. Der Innenraum der Kirche wird maßgeblich bestimmt durch die sichtbar belassene, zimmermannsmäßig ausgeführte Holzfachwerkbinderkonstruktion. Die Farbfenster stellen symbolische das Ährenfeld dar.

Altarraumgestaltung: Die Altarraumgestaltung stammt von dem Kunstmaler und Bildhauer Otto Habel. Sein wichtigstes Anliegen war eine funktionelle und zentrale Gestaltung des Altarraums –unter Berücksichtigung einer sparsamen Raumausnutzung und richtiger Platzierung der Einrichtungsgegenstände. Ihm bot sich als bestimmendes Material zum Klinkerboden eine Gestaltung mit handgeformten Backsteinen aus heimischem Sandstein an. Der Ambo, ebenfalls in der gleichen Backsteinmauerart, wurde gemäß seiner Funktion als Ort der Wortverkündigung der Gemeinde näher entgegengestellt. Auch die Tabernakelstele ist um einer Materialgeschlossenheit willen aus Backsteinen gebildet. Der Tabernakel selbst ist eine Bronzegestaltung mit figürlicher Abendmahldarstellung. Zum Gesamtbild passt auch das Vortragskreuz.

 

St. Martin, Abstatt
St. Martin, Abstatt
St. Martin, Abstatt
St. Martin, Abstatt
Diözese Rottenburg Stuttgart